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«Holz aalänge»

«Holz aalänge» soll bekanntlich Glück bringen. Doch Glück allein sichert keine Arbeitsplätze. Das wissen auch Ronald und Daniel Tschopp. Die Brüder führen die Tschopp Holzindustrie AG in dritter Generation. Das Luzerner KMU setzt auf eine nachhaltige Investitionsstrategie – mit grossem Erfolg.

In Buttisholz ragt seit einigen Wochen ein 60 Meter hohes Silo in den Himmel. Es wird bald bis oben gefüllt sein mit Pellets aus Schweizer Holz, hergestellt von der Tschopp Holzindustrie AG. Seit neun Jahren produziert man die Holzpellets in Buttisholz, ein grösseres Lagersilo war längst überfällig.

Doch das Luzerner KMU verarbeitet den hiesigen Rohstoff nicht nur zu einem ökonomisch und ökologisch überzeugenden Produkt für den Energiemarkt. Auch traditionelle Schalungen für die Bauwirtschaft stellt man in der Tschopp Holzindustrie AG her. Und das schon wesentlich länger als die Holzpellets, nämlich seit bald 60 Jahren. Ohne die Schalungsplatten wäre es der Firma gar nicht möglich gewesen, in ihr Wachstum zu investieren. Sie sind die Hauptzutat des Buttisholzer Erfolgsrezepts.

Label «Swiss Quality»

Der Markt im Schalungsplatten-Sektor ist hart umkämpft. Es gibt starke Konkurrenten aus dem Ausland. Entsprechend gross ist der Margendruck. Trotzdem behauptet sich die Tschopp Holzindustrie AG auch nach über 50 Jahren noch erfolgreich. Die Firma ist einziger Schweizer Hersteller und nationaler Marktführer für Schalungsplatten. Dabei hat sich die Strategie bewährt, in das Label «Swiss Quality» zu investieren. «Die Produktion der Rohlinge käme uns im Ausland aufgrund des Euro-Zerfalls eigentlich günstiger», sagen die Tschopp-Brüder, «doch wir haben uns bewusst dafür entschieden, einen einheimischen Rohstoff auch in der Schweiz zu einem Endprodukt zu verarbeiten». Dass sie damit die ausländische Konkurrenz preislich nicht unterbieten können, ist Daniel und Ronald Tschopp bewusst. «Wir setzen auf Schweizer Qualität und sind uns sicher, dass wir das beste – wenn auch nicht das günstigste – Produkt auf dem Markt anbieten.»

Individuelles Massenprodukt

Die Tschopp Holzindustrie AG investiert nicht nur in eine nachhaltige Produktion. Als erste Herstellerfirma überhaupt haben die Tschopp-Brüder ein Verfahren entwickelt, um Schalungsplatten mit einem Logo der Auftraggeber, der Baugeschäfte, zu bedrucken. Zudem haben Kunden der Tschopp Holzindustrie AG die Möglichkeit, die Schalungsplatten in individuellen Farben herstellen zu lassen. «Mittlerweile werden fast 45 Prozent der Platten firmenspezifisch produziert. In der Art und Weise, wie wir das machen, kann das sonst keine Firma», ergänzen die Tschopps. Dienstleistungen an erster Stelle Die Kundenzufriedenheit wird bei Ronald und Daniel Tschopp grossgeschrieben. Sie investieren unter anderem mit dem Ziel, Reklamationen auf ein Null-Niveau zu bringen. Das beinhaltet auch, den Kunden «just in time» zu beliefern. «Wir haben unsere LKWs speziell nach unseren Bedürfnissen so umbauen lassen, dass ein schnelles Abladen der Schalungsplatten auf den Baustellen garantieren können», erklärt Daniel Tschopp. Ferner helfe ihr Standort, Termine einzuhalten. «Müssten wir wie unsere internationalen Konkurrenten quer durch Europa fahren und in einem LKW eine vielfältige Palette an Produkten mitführen, könnten wir unsere Pünktlichkeit nicht mehr garantieren.»

Dieses Jahr wurde bei der Tschopp Holzindustrie AG ausserdem ein neuartiges Rechnungssystem implementiert. Man wollte eine gesamtheitliche Lösung für den Einkauf und Verkauf realisieren. Mit der neuen Software konnten viele Prozesse automatisiert und optimiert werden.

Ohne Schalungsplatten keine Pellets

Warum aber investieren die Tschopp-Brüder in einen Markt, der tendenziell rückläufig ist? Einerseits wolle man die Schweizer Marktanteile halten, wenn möglich noch ausbauen. Andererseits sind die Schalungsplatten für das zweite Standbein der Tschopp Holzindustrie AG, die Pellet-Produktion, unabdingbar. «Vom angelieferten Rundholz werden ungefähr 50 Prozent zu Schalungsplatten verarbeitet, alles andere ist Restholz. Das bringt zwar auch etwas Geld, aber wir wussten, wir könnten das Abfallmaterial effizienter verwerten», erklärt Ronald Tschopp. Nachdem er und sein Bruder den Markt längere Zeit beobachtet hatten, entschieden sie sich 2004, aus dem bei der Schalungsplatten-Produktion anfallenden Restholz Pellets herzustellen.

Neben den Investitionen in Produktionsmaschinen war es erforderlich, ein Silo für die Lagerung zu bauen. Das erste Silo mit 1000 Tonnen Kapazität hätte längst durch ein grösseres ergänzt werden sollen. Denn mittlerweile produziert die Tschopp AG 50’000 Tonnen Pellets pro Jahr. Nach einer fünfmonatigen Bauphase wird Ende Dezember dieses Jahres das neue 60-Meter-Silo in Betrieb genommen. Es fasst 6 500 Tonnen Holzpellets.

Erfahrung, Markt- und Kundennähe

Die Brüder Daniel und Ronald führen die Tschopp Holzindustrie AG in dritter Generation. Ihr Vater, Franz, der die Firma 1981 mit alleiniger Verantwortung übernommen hat, ist wesentlich für die Unternehmenskultur verantwortlich. Er ist im Betrieb auch heute noch aktiv. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung ist er nach wie vor ein wichtiger Ansprechpartner für die jüngere Generation, wenn es um Veränderungen und Anpassungen geht. Nötige und mögliche Investitionen werden jeweils am Familientisch diskutiert. «Unsere Gespräche sind sehr praxisorientiert», erläutert Ronald Tschopp, «wir sind keine Theoretiker». Geld fliesse nur da, wo sich alle drei einig seien. Entschieden wird auf der Grundlage von jahrzehntelanger Erfahrung. Auch die Monitorings des Pellet-Verbandes und der fenaco klären bei Investitionsentscheiden wichtige Fragen. fenaco ist denn auch der exklusive Pellet-Vertriebspartner der Tschopp Holzindustrie AG.

Investition in die Zukunft

Die aktuelle Auslastung des Pelletwerks liegt bei 55 Prozent. Bald wird sie auf 100 Prozent gesteigert. Denn die Tschopp Holzindustrie AG wird in weiteren Investitionsschritten in den Ausbau der Pelletproduktion investieren. Dazu gehört der Bau eines Holzheizkraftwerks, das 2015 den Betrieb aufnehmen wird. Es wird Strom und Wärme für den eigenen Produktionsprozess liefern. Des Weiteren wird in einer zusätzlichen Halle ein Bandtrockner installiert, um nasses Sägemehl sowie Hackschnitzel aus dem eigenen Sägewerk zu trocknen. Dank höherer Eigenversorgung mit Restholz und dem möglichen Zukauf von nassem Sägemehl lässt sich die Auslastung des Pelletwerks von 60 auf 100 Prozent steigern. Auch in die Entwicklung eines neuen, dritten Produktes investieren Ronald und Daniel Tschopp derzeit. Dieses Projekt halten die Brüder derzeit noch unter verschlossenen (Holz-)Deckeln.

Bank als langjähriger Partner

Investitionen versucht die Tschopp Holzindustrie AG, wenn immer möglich, aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Manchmal reichen diese aber nicht, gerade wenn unvorhergesehene Beträge aufgebracht werden müssen. «In solchen Fällen wenden wir uns an die Luzerner Kantonalbank, unseren langjährigen Partner», erläutern Ronald und Daniel Tschopp, «man vertraut einander und weiss, was man voneinander erwarten kann». Zudem schätzen die Brüder auch den Dialog auf der strategischen Ebene mit der Bank sehr. «Die Luzerner Kantonalbank stellt immer die richtigen Fragen, manchmal auch solche, die man sich selbst vielleicht noch nicht gestellt hat.»

Damit sich eine Investition auszahlt, benötige man aber nicht nur finanzielle Mittel. «Man braucht natürlich auch Mut, Weitsicht und Verstand. Aber das wichtigste Kriterium ist unserer Meinung nach die Teamarbeit», führen die Brüder Tschopp aus, «ohne Kommunikation auf gleicher Augenhöhe und Kompromissbereitschaft geht gar nichts».

Anlagen, die wie Uhrwerke ticken

Die Tschopp Holzindustrie AG wird von Ronald und Daniel Tschopp in dritter Generation geführt. Die Brüder haben das Geschäft 1996 von ihrem Vater, Franz Tschopp, übernommen. Die Firma ist nationaler Marktführer bei den Schalungsplatten. Sie deckt ein Drittel des Schweizer Marktes ab. Seit 2005 stellt die Tschopp Holzindustrie AG zudem Holzpellets her. Das Unternehmen verfügt im Bereich Holzpellets über das leistungsfähigste Werk der Schweiz und wird die Produktion in den nächsten Jahren von 60 auf 100 Prozent der möglichen Kapazität steigern können.

Quelle: Luzerner Kantonalbank